Springe zum Inhalt

2.Weltkrieg bis 1991

Der Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 brachte die Eingliederung der österreichischen Feuerwehren in die Deutsche Feuerschutzpolizei mit sich. Die Feuerwehren wurden zu Körperschaften öffentlichen Rechtes erklärt und sind es bis heute geblieben. Somit hörte das bisherige Vereinleben der Feuerwehren auf.

Mit Kriegsbeginn 1939 mußte eine Reihe von Feuerwehrkameraden zur deutschen Wehrmacht einrücken oder wurde im Laufe der Kriegsjahre an anderweitigen Orten kriegsdienstverpflichtet. Um den Feuerschutz aufrechtzuerhalten, wurden aus Mitgliedern der Hitlerjugend Löschgruppen gebildet und diese für den Einsatz vorbereitet. Außer einigen Bomben-Notwürfen und Tieffliegerangriffen wurde Micheldorf vom Kriege verschont. Kurz vor Kriegsende wurde eine Einheit der Luftwaffen-Feuerwehr nach Micheldorf verlegt und auf dem heutigen Segelfluggelände ein Feldflughafen und ein Treibstofflager eingerichtet. Bei Kriegsende rüstete die Feuerwehreinheit der Luftwaffe ab und überließ neben verschiedenem Gerät der Feuerwehr Micheldorf ein fast neues Feuerwehrfahrzeug LF 15, welches allerdings später wieder von der amerikanischen Besatzungsmacht erworben werden mußte.

Auch der 2. Weltkrieg hat in den Reihen der Feuerwehr seine Wunden hinterlassen. Die Kameraden Gottfried Graßegger, Alois Mittermaier, Walter Strasser sind in die Heimat nicht mehr zurückgekehrt.

Nicht nur Krieg und Todesfälle in der Heimat hatten die Reihen der Feuerwehr gelichtet. Bei Kriegsende befand sich ein Großteil der Feuerwehrmänner in Kriegsgefangenschaft. Um die Schlagkraft der Feuerwehr wieder herzustellen, sah sich Bürgermeister Mauhart gezwungen, einen Aufruf zum Beitritt zur Feuerwehr zu erlassen. Erst allmählich schlossen sich die Reihen der Feuerwehrmänner wieder.

1946 gab es wieder einen schweren Verlust. Feuerwehrkommandant Otto Rastinger, der zugleich die Funktion eines Bezirkskommandanten inne hatte, holte sich am 23. Jänner während eines Einsatzes in Kirchdorf eine schwere Erkältung, an deren Folgen er einige Tage nachher starb. Rastinger war nicht nur ein verdienter Feuerwehrkommandant, sondern hat sich auch bei vielen Einsätzen des Roten Kreuzes bestens bewährt. Das Wehrkommando wurde in diesen schweren Tagen von Tischlermeister Hans Schwarzbauer übernommen der später gleich dem Kameraden Rastinger zum Bezirks-Feuerwehrkommandanten gewählt wurde.

Die Jahre nach dem Kriege waren dem Aufbau der Feuerwehr und der Ausbildung der Feuerwehrmänner gewidmet. Ein leichtes Feuerwehrfahrzeug für den Transport der Tragkraftspritze wurde durch Aufbau eines Steyr A-Typ beschafft. Der Kauf einer neuen VW-Pumpe war der nächste Schritt.

 

Am 4. Juli 1971 war die Feuerwehr in der glücklichen Lage, ihr 100jähriges Bestehen zu feiern. Die Jubelfeier war von einem herrlichen Sommerwetter begünstigt. Der Besuch der drei Tage währenden Festlichkeiten, deren Höhepunkt der Festakt mit einer Weihe des neuen Tanklöschfahrzeuges durch Pfarrer Dechant P. Engleitner und der Vorbeimarsch der zum Fest erschienenen Feuerwehren war, war überaus zahlreich und konnte als Bestätigung der Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Feuerwehr gewertet werden.

1982 wurde ein SRF (Schweres Rüstfahrzeug) als erstes Stützpunktfahrzeug des Landes OÖ zur FF Micheldorf verlagert.

Ein Kommandofahrzeug sowie ein Kranwagen konnten aus Mitteln der Kameradschaftskasse zugekauft werden. Der Kranwagen "Diamond" (Baujahr 1942) wurde im Jahr 1980 gebraucht von der FF Wels gekauft und stand bis 1987 in Micheldorf im Einsatz.

1986 wurde eine Jugendgruppe gegründet und bereits im Jahr darauf erfolgreich am Landesbewerb in Ostermiething teilgenommen. 1988 organisierte die FF Micheldorf erstmal den Landesbewerb Aktiv & Jugend in Micheldorf. Die Jugendgruppe konnte sich durch diesen Heimvorteil mit einem 6. Platz in Bronze sofort für die Teilnahme am Bundesbewerb in Mistelbach im selben Jahr qualifizieren!

Mit dem Ankauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges TLF 2000 im Jahr 1988 von der Firma Rosenbauer konnte die Schlagkraft der Micheldorfer Feuerwehr wesentlich erhöht werden.

1990 wurde mit der Anschaffung des 3-achsigen Pinzgauers als KLF auch für entlegene Einsatzorte und winterliche Bedingungen vorgesorgt.

An Stelle des abgetragenen Krallungerhauses gegenüber dem Gemeindeamt konnte ein Bauplatz für den Neubau einer modernen und allen Erfordernissen entsprechenden Zeugstätte gefunden werden. 1991 konnte zügig mit dem Neubau der Zeugstätte begonnen werden. Die Planung des Objektes war eine Gemeinschaftsarbeit des Mitgliedes der Feuerwehr Karl Lungenschmied und seines Sohnes Manfred, dem Leiter der Bauabteilung der Gemeinde. Dazu kamen noch etwa 400 freiwillige Arbeitsstunden der Feuerwehrkameraden. Diese beachtliche Mithilfe, seien es Planung oder Bauarbeiten, brachten eine Einsparung von mindestens 10 % der mit 12 Millionen Schilling veranschlagten Baukosten. Nach öffentlicher Ausschreibung wurde die Bauunternehmung Zwettler in Kirchdorf mit der Durchführung der Arbeiten beauftragt.

Zurück zur Übersicht

Weiter in der Chronik