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Zwischenkriegszeit und 2.Weltkrieg

Erst 1921 normalisierte sich das Leben wieder allmählich und die Wunden des Krieges begann langsam zu vernarben.

Am 17. Juli 1921 wurde das 50jährige Stiftungsfest der Feuerwehr gefeiert. Es war dies die erste größere Veranstaltung, die nach dem 1. Weltkrieg in Micheldorf abgehalten wurde.

Nach dem Ende der Inflation im Jahre 1923 und der Einführung der Schillingwährung konnte die Feuerwehr an eine Verbesserung der Ausrüstung denken. 1926 wurde ein Motorspritzenfonds angelegt. Am 27. Juni des gleichen Jahres genehmigte die Gemeinde den Ankauf einer Knaustschen Motorspritze und stellte einen Betrag von 6000,-- Schilling zur Verfügung. Die Gesamtkosten des Gerätes beliefen sich auf insgesamt 9.200,-- Schilling. In Anbetracht der damaligen Geldknappheit bedeutete dies eine gewaltige Summe. Die 1926 bestellte Motorspritze konnte am 13. Jänner 1927 übernommen werden.

Pumpensegnung um 1926
Pumpensegnung um 1926

Die ersten Übungen mit dem neuen Gerät waren wahre Volksfeste. Zuschauer gab es in rauhen Mengen, sodaß sich die Feuerwehr der vielen Schaulustigen kaum erwehren konnte. Die Leistungsfähigkeit der Pumpe wurde anläßlich einer Übung auf dem Georgenberg mit der Kirche als Brandobjekt allgemein gelobt. Die Knaustsche Pumpe stand bis Ende des 2. Weltkrieges in Verwendung und wurde später an das Pulverwerk Schlager verkauft.

Übung am Georgenberg
Übung am Georgenberg

Die mit Unterstützung der Firma Hofmann u. Comp., Elektrizitätswerke in Kirchdorf a. d. Krems installierte Klingelleitung sollte eine Verbesserung der Alarmierung bringen. Diese gut gemeinte Alarmeinrichtung hat sich jedoch wenig bewährt, da es durch Kurzschlüsse oft zu Fehlalarmen kam und die Feuerwehrleute daher die Klingelleitung einfach abschalteten. Nach Ankauf einer Feuer- und Luftschutz-Sirene wurde die Anlage wieder abmontiert und die verläßliche und bis heute bewährte Alarmierung durch Heulton eingeführt.

1933 kaufte die Feuerwehr vom Spediteur Bauer aus Lambach einen Gebrauchtwagen "Steyr Type XII" um 2800 Schilling und baute diesen zu einem Feuerwehr- und Rettungswagen um. Somit war die zum Spritzentransport erforderliche Pferdebespannung nicht mehr notwendig. Die Feuerwehr wurde dadurch bei Einsätzen beweglicher und der Aktionsradius größer.

Bereits im Jahre 1934 warf der 2. Weltkrieg seine Schatten voraus. Zwei Aufstände erschütterten das Gefüge der 1. Republik. Die Ausrufung des Ständestaates erfolgte. Die Feuerwehr wurde durch gezielte Ausbildung auf den Luft- und Gasschutz vorbereitet. 1935 fanden unter Mitwirkung der österreichischen Luftwaffe im ganzen Lande Luft- und Gasschutzübungen statt, um der Bevölkerung die Gefahren eines zukünftigen Krieges, den man sich damals heftig, aber nur von kurzer Dauer vorstellte, vor Augen zu führen.

Ende 1937 erwarb die Feuerwehr im Kaufwege vom Besitzer Schlattner den ehemaligen Weinmeister-Sensenhammer. Der Kaufpreis betrug 2000 Schilling; diese Summe mußte durch ein Darlehen von der Raiffeisenkasse beschafft werden. Der Kauf des ehem. "Hammers" war die einzige Lösung, um zu einer größeren Zeugstätte zu kommen. Trotz des auch für die damaligen Verhältnisse niederen Preises war es ein Danaergeschenk. Der Um- und Ausbau des Objektes erforderte viel Fleiß und Ausdauer und trotz großer Anstrengungen konnten diese nie wirklich als abgeschlossen angesehen werden.

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